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Hinweise und Tipps im Umgang mit Kindern und Jugendlichen bei Wettkämpfen und im Training

Ergebnis ist nich alles!

Wettkämpfe gehören im Nachwuchssport selbstverständlich dazu. An mehreren Wochenenden im Jahr stehen sie auf dem Programm, oft auch über mehrere Tage. Mit den folgenden Hinweisen möchten wir Euch als Trainer:innen, Betreuer:innen und Verantwortliche im Vereinssport praktische Tipps und grundlegende Handlungsmaximen an die Hand geben, die Ihr bei Sportveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen beachten solltet.

 

Allgemeine Handlungsempfehlungen für Trainer:innen, Betreuer:innen und Eltern

1. Ergebnis ist nicht alles

Wettkämpfe sind wichtig, aber sie sind im Nachwuchssport kein Selbstzweck. Sie sollen Kindern und Jugendlichen helfen, Erfahrungen zu sammeln, mit Anspannung umzugehen, sich mit anderen zu messen und die eigene Entwicklung zu erleben. ABER: Nicht jede Platzierung ist ein Erfolg und nicht jede Niederlage ist ein Scheitern. Entscheidend ist, was Kinder aus dem Wettkampf mitnehmen!

2. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Kinder und Jugendliche verarbeiten Druck, Lob, Kritik und Niederlagen anders als Erwachsene. Deshalb sollten Maßstäbe altersgerecht gesetzt sein.

Das bedeutet konkret:

  • keine überzogenen Erwartungen

  • keine taktischen oder emotionalen Anforderungen, die nicht zum Alter passen

  • keine öffentliche Bloßstellung nach Fehlern

  • keine dauernde Bewertung jeder Aktion

3. Umgang mit Druck

Viele Kinder setzen sich selbst stark unter Druck. Erwachsene verstärken das oft unbewusst durch Kommentare wie „Heute musst du liefern“ oder „Das darfst du nicht verlieren“.

Besser:

  • Ziele auf Verhalten und Einsatz beziehen, nicht nur auf Ergebnisse

  • Fehler als Teil des Wettkampfs behandeln

  • nach dem Wettkampf erst beruhigen, dann reflektieren

  • nicht direkt nach einer Niederlage analysieren, wenn das Kind emotional noch nicht aufnahmefähig ist

4. Fairness und Vorbildfunktion

Trainer:innen, Betreuer:innen und Eltern prägen das Verhalten der Kinder stark. Wer selbst Kommissärsentscheidungen kommentiert, Gegner abwertet oder Druck macht, darf sich über unfaires Verhalten der Kinder nicht wundern.

Klar benennen:

  • Respekt gegenüber Gegner:innen

  • Respekt gegenüber den Kommissären

  • kein Spott, keine Häme

  • Gratulation und Dank gehören dazu

  • auch Ersatzfahrer:innen oder nicht nominierte Kinder wertschätzen

Spezielle Handlungsempfehlungen für Trainer:innen und Betreuer:innen

1. Sicherheit und Aufsichtspflicht

Bei Wettkämpfen und insbesondere bei mehrtägigen Wettkämpfen muss klar geregelt sein:

  • Wer hat wann die Aufsicht?

  • Wer ist Ansprechperson für die Kinder?

  • Wie werden Fahrten, Übernachtungen und Essenszeiten organisiert?

  • Was passiert bei Verletzungen, Krankheit oder Heimweh?

  • Welche Notfallkontakte liegen vor?

  • Welche medizinischen Besonderheiten sind bekannt?

Das klingt banal, ist aber zentral. Gerade bei Auswärtsfahrten darf nichts „irgendwie laufen“.

2. Kinderschutz und Grenzen

Bei Sportveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen gelten klare Schutzstandards.

Wichtige Grundsätze:

  • keine Einzelübernachtungen von Betreuungspersonen mit Kindern

  • keine 1:1-Situationen in abgeschlossenen Räumen

  • Umkleiden und Duschen respektieren

  • Körperkontakt nur funktional, transparent und angemessen

  • Fotos/Videos nur mit Einwilligung und sensibler Verwendung

  • Kinder dürfen Nein sagen

  • Beschwerden müssen ernst genommen werden

3. Alle Kinder mitdenken, nicht nur Leistungsträger

Im Vereinssport besteht die Gefahr, dass bei Wettkämpfen nur die Besten Aufmerksamkeit bekommen. Das ist pädagogisch schlecht und langfristig oft kontraproduktiv.

Deswegen:

  • auch weniger erfolgreiche Kinder aktiv begleiten

  • Einsatzzeiten/Nominierungen transparent erklären

  • niemanden wegen schlechter Leistung ignorieren

  • Entwicklung vor kurzfristigem Erfolg sehen

4. Nachbereitung

Ein Wettkampf endet nicht mit dem  Zieleinlauf. Eine kurze Nachbereitung hilft Kindern, Erlebtes einzuordnen.

Sinnvolle Fragen:

  • Was hat gut funktioniert?

  • Was hast du gelernt?

  • Was willst du beim nächsten Mal probieren?

  • Was hat dir geholfen?

  • Was war schwierig?

Nicht sinnvoll:

  • lange Fehlerlisten

  • Vergleich mit anderen Kindern

  • öffentliche Einzelkritik

  • Schuldzuweisungen

 

 

Spezielle Handlungsempfehlungen für Eltern

Rolle der Eltern

Eltern sind wichtig, können Wettkämpfe aber auch erheblich belasten. Deshalb sollten Erwartungen an Eltern klar formuliert werden.

Zum Beispiel:

  • anfeuern ja, coachen nein

  • keine Kritik vom Rand

  • keine Kommissärs-, Gegner- oder Trainerbeschimpfungen

  • Kinder nach dem Wettkampf nicht ausfragen wie in einer Prüfung

  • Unterstützung anbieten, aber nicht dominieren